


Holz ist nicht gleich Holz. Verschiedene Holzarten brennen unterschiedlich und werden daher für verschiedene Zwecke eingesetzt. Da nicht alle Holzarten überall verfügbar sind, lohnt es sich, die wichtigsten zu kennen.
Zwei der häufigsten Lagerfeuerarten sind das Pyramidenfeuer und das Pagodafeuer. Beide eignen sich gut für Anfänger, da sie relativ einfach zu bauen sind und für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Das Pyramidenfeuer ist ein Flammenfeuer, bei dem leichtes Holz wie Birke, Fichte oder Kiefer verwendet wird. Zu beachten ist, dass Nadelbäume beim Brennen häufig kleine Funken und Glut versprühen – durch erhitzte Harztaschen, die platzen und kleine Löcher in Fleecepullovern, Kunstfaserjacken oder Schlafsäcken hinterlassen können. Das Pyramidenfeuer eignet sich hervorragend als wärmendes Lagerfeuer, da es mit großen Flammen brennt und das Lager abends beleuchtet. Es kann zum Heizen, Wasserkochen und mehr genutzt werden. Wenn du nur die Wärme der Flammen benötigst und nicht unbedingt Glut, spielt die Holzwahl keine so große Rolle. Brauchst du hingegen Glut – wie beim Pagodafeuer – kommt es sehr wohl auf die Holzart an. Das Pagodafeuer ist speziell für die Gluterzeugung ausgelegt. Es brennt lange, und hartes Holz wie Buche, Esche und Eiche eignet sich am besten dafür. Das Pagodafeuer ist ideal zum Backen und Grillen, da die Glut das Essen nicht verbrennt oder verrußt, wie es ein Pyramidenfeuer tun würde.

Wenn es noch keine feste Feuerstelle gibt, hebe etwas Rasen mit einem Spaten aus und lege ihn umgekehrt hin. So kannst du den Rasen bei Trockenheit bewässern. Wichtig ist, vor dem Anzünden ausreichend Brennholz zu sammeln. Ein Feuer zu entfachen erfordert Geduld und Zeit. Beim Bau beider Feuerarten spielt das Zundermaterial eine entscheidende Rolle. Birkenrinde, trockenes Gras, Wacholdergebüsch oder Fichtenzapfen eignen sich gut als Zunder. Das Pyramidenfeuer wird pyramidenförmig aufgebaut: innen leicht entzündlicher Zunder, dann dünne Äste oder Holzspäne, und als dritte Schicht aufrecht stehende Brennholzstücke, die sich gegenseitig stützen. Sobald das Anzündholz über dem Zunder aufgebaut ist, entzündest du den Zunder mit einem Streichholz oder einem langen Feuerzeug. Wirf weiteren Zunder ins Feuer, während es größer wird. Sobald Zunder und Anzündholz gut brennen, kannst du mehr Anzündholz und größere Brennholzstücke nachlegen. Ein kleines Pyramidenfeuer dient auch als Anzündfeuer in der Mitte eines Pagodafeuers. Beim Bau eines Pagodafeuers beginnst du ebenfalls mit einer kleinen Pyramide aus Zunder – gleicher Aufbau wie beim Pyramidenfeuer. Fange mit dünnen Ästen und Anzündholz an, dann etwas größere Holzstücke. Um die kleine Pyramide herum stapelst du Brennholz paarweise übereinander – in der Form einer Pagode. Wichtig ist, dass das Feuer beim Anzünden ausreichend Sauerstoff bekommt. Baue das Feuer nicht zu dicht. Beim Anblasen empfiehlt es sich, von unten und von den Seiten zu blasen, um Sauerstoff zuzuführen.

Brandschutzmaßnahmen sind wichtig und sollten verinnerlicht werden, bevor man mit Lagerfeuern und offenem Feuer experimentiert. Allgemeine Sicherheitsregeln beim Feuermachen:
Zeige Rücksicht auf die Natur und andere und halte einen sicheren Abstand zum Feuer. Pflanzen und brennbare Materialien dürfen sich nicht in der Nähe offener Flammen befinden. Achte besonders auf Windstärke und Windrichtung, bevor du ein Feuer entfachst. Bringe immer Wasser mit, damit ein kleines Feuer schnell gelöscht werden kann. Lösche ein Feuer IMMER, bevor du es verlässt. Gieße Wasser auf das Feuer und stelle sicher, dass alle Glut erloschen ist. Hast du kein Wasser mehr, kannst du die Glut alternativ mit einem Stock verteilen. Warte dann, bis das Feuer nicht mehr raucht – erst dann ist keine Glut mehr vorhanden. Bei einem Unfall mit Verbrennungen sollte die verbrannte Haut mit lauwarmem Wasser (10–20 Grad) gekühlt werden. Denke immer daran, ein Telefon für Notfälle mitzunehmen. Steht eine Person in Flammen: Stopp, hinlegen und rollen. Nicht weglaufen, zu Boden fallen und sich abrollen. Das Feuer mit Wasser, einer Decke oder einer Jacke ersticken.
Axt, Säge und Messer sind wichtige Werkzeuge beim Feuermachen. Ein Messer kann zum Schnitzen von Holzfiguren oder Werkzeugen genutzt werden, aber auch zum Schneiden kleiner Holzspäne als Anzündmaterial. Die Sicherheitsregeln für den Umgang mit einem Messer werden im Folgenden erläutert:
Setze dich hin, wenn du schneidest – in dieser Position hast du die beste Kontrolle über das Messer. Wenn das Messer abrutscht, verletzt du dich nicht.
Es ist wichtig, beim Schneiden einen sicheren Abstand zu anderen Personen einzuhalten, damit niemand verletzt wird.
Mit gespreizten Beinen schneidest du dir nicht in die Knie, wenn das Messer abrutscht. Stütze deine Ellbogen auf den Knien ab und überlege, wie du am sichersten sitzt.
Das Messer muss immer geschlossen oder in der Scheide sein, wenn es nicht benutzt wird. Die Scheide ist der sicherste Aufbewahrungsort. Lege das Messer niemals auf den Boden oder an Stellen, wo es übersehen werden könnte.
Gib ein Messer immer so weiter, dass du die Klinge mit Daumen und Zeigefinger hältst und die Klinge vom Empfänger wegzeigt. So stellst du sicher, dass sich der Empfänger nicht schneidet.
Das Messer muss immer sauber und trocken gehalten werden, damit es nicht rostet und stumpf wird. Ein Messer darf niemals stumpf sein, da es dann leichter aus der Hand rutscht, wenn du mit aller Kraft schneidest.
Die Säge ist ein einfaches Werkzeug zum Schneiden von Brennholz. Die Sicherheitsregeln für den Umgang mit einer Säge werden im Folgenden erläutert:
Ziehe die Säge zu Beginn sanft 6–8 Mal zu dir heran. So entsteht eine Kerbe, die dir hilft, die Säge zu führen. Drücke nicht zu fest, sondern bewege die Säge leicht vor und zurück. So wird das Risiko reduziert, dass die Säge aus der Kerbe springt und dich an der Hand verletzt. Außerdem schonst du deine Kräfte und lässt die Säge die Arbeit machen.
