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Artikel: Kochen in der Natur: Methoden, Küchenhygiene und Rezepte für Stockbrot und Co.

Kochen in der Natur: Methoden, Küchenhygiene und Rezepte für Stockbrot und Co.

Kochen in der Natur: Methoden, Küchenhygiene und Rezepte für Stockbrot und Co.

Es gibt viele Möglichkeiten, in der Natur zu kochen. Welche Methode zu dir passt, hängt davon ab, wie du unterwegs bist: Reist du mit leichtem Gepäck, weil du alles weit tragen musst, oder bleibst du länger an einem Ort?

Vier Methoden für die Outdoor-Küche

Grillrost

Ein Grillrost ist beim Camping sehr praktisch. Da er etwas schwerer ist, eignet er sich vor allem dann, wenn du deine Ausrüstung nicht weit tragen musst. Über einem Feuer mit viel Glut, zum Beispiel einem Pagodenfeuer, funktioniert er wie ein normaler Grill: Du kannst darauf grillen, rösten und Brot toasten. Außerdem ist er eine stabile Unterlage für Töpfe und Pfannen. Reinige den Rost direkt nach dem Gebrauch mit einer Drahtbürste, dann geht es viel leichter. Beim Grillen schützen Arbeitshandschuhe deine Finger vor Verbrennungen.

Sturmküche

Eine Sturmküche ist ein tragbarer Kocher zum Braten und Kochen unterwegs. Sie ist leicht und kompakt und eignet sich besonders für eine oder zwei Personen. Eine komplette Sturmküche besteht aus Töpfen und Pfannen, einer Wärmequelle und einem Gestell, das für Luftzufuhr, Sicherheit und Stabilität sorgt. Sie ist einfach zu bedienen und mit verschiedenen Brennern erhältlich: als Spirituskocher, Gaskocher oder Mehrstoffkocher.

Spieß

Auf einen Spieß kannst du Fleisch, Gemüse und Brot stecken. Noch besser funktioniert eine Astgabel. Such dir dafür einen Stock, der sich am Ende in zwei Äste teilt, und schäle mit deinem Messer die Rinde an beiden Enden ab. Mit deinem Spieß kannst du auch Marshmallows rösten und sie zwischen zwei Kekse legen, ein einfaches und leckeres Dessert.

Spieß und Sturmküche am Lagerfeuer

Dreibein mit Haken

Ein Dreibein mit Haken eignet sich hervorragend zum Kochen über dem Feuer. Binde drei lange, stabile Stöcke oben zusammen, stelle sie über der Feuerstelle auf und befestige einen Haken mit einer Schnur an der Spitze. Die Schnur sollte so lang sein, dass der Haken auf einer bequemen Arbeitshöhe hängt. So hängt dein Topf über der Glut und wird gleichmäßig erhitzt. Ein Topf, der direkt im Feuer steht, steht weniger stabil und wird ungleichmäßiger warm.

Küchenhygiene in der Natur

Kochen in der Natur ist oft anspruchsvoller als zu Hause, denn Wind, Wetter und das Feuer spielen mit. Die Regeln der Küchenhygiene gelten aber überall. Wasch dir vor dem Kochen immer die Hände, ebenso nachdem du dein Gesicht oder deine Haare berührt, geniest oder gehustet hast und nach dem Toilettengang. Richte dir dafür eine kleine Waschstation ein und trockne die Hände mit einem sauberen Handtuch ab.

Lebensmittel kühl lagern

Lass Lebensmittel nie lange in der Sonne stehen, denn Bakterien vermehren sich in der Wärme schnell. Bau dir stattdessen einen Erdkühlschrank: Grabe an einem schattigen Platz in der Nähe der Küche ein Loch, das etwas größer ist als die Box für deine Lebensmittel. Leg Steine oder Äste auf den Boden und stell die Box hinein. Deck das Loch mit einer Platte oder Ästen ab und leg Grassoden darauf. Grabe nur dort, wo es erlaubt ist, und fülle das Loch vor der Abreise wieder auf.

Richtig abwaschen

Halte das Lager und vor allem den Kochbereich immer sauber. Beim Abwaschen gehst du am besten so vor:

  1. Besteck, Teller und Schüsseln mit Küchenpapier abwischen.
  2. Das Geschirr in einer Schüssel mit kaltem Wasser vorspülen.
  3. Das Geschirr in einer Schüssel mit heißem Wasser und Spülmittel waschen.
  4. Das Geschirr mit einem Geschirrtuch abtrocknen.
  5. Töpfe und Pfannen genauso spülen, immer zum Schluss.
  6. Das Abwaschwasser in einen Ausguss auf dem Campingplatz oder weit entfernt von Gewässern entsorgen, niemals direkt in einen See oder Bach.

Tipp: Reib Töpfe und Pfannen vor dem Kochen über dem Feuer außen mit Schmierseife ein. Dann lässt sich der Ruß hinterher viel leichter abwaschen.

Rezepte für die Outdoor-Küche

Dänisches Stockbrot (Snobrød)

In Dänemark gehört Snobrød zu jedem Lagerfeuer. Das Wort bedeutet so viel wie „gedrehtes Brot“, denn der Teig wird um einen Stock gewickelt und über der Glut gebacken. Such dir dafür einen langen, stabilen und geraden Stock. Ein dicker Stock ist besser als ein dünner, weil sich das Brot gleichmäßiger formen lässt und schneller gart. Schäle am oberen Ende 20–30 cm Rinde ab, dann löst sich das fertige Brot leichter.

Zutaten für 4 Personen

  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 25 g frische Hefe (oder 7 g Trockenhefe)
  • 2 TL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 500 g Weizenmehl

Zubereitung

  1. Das Wasser in eine große Schüssel geben und die Hefe darin auflösen.
  2. Mehl, Salz und Zucker zugeben und zu einem glatten Teig kneten.
  3. Den Teig 30–45 Minuten gehen lassen.
  4. Eine kleine Portion Teig zwischen den Händen zu einer langen, dünnen Rolle formen und spiralförmig um den Stock wickeln.
  5. Das Brot über die heiße Glut halten, nicht in die Flammen, sonst verbrennt es. Den Stock regelmäßig drehen, damit das Brot von allen Seiten gleichmäßig gart.
  6. Das fertige Brot vorsichtig vom Stock ziehen, es kann sehr heiß sein.

Traditionell wird Snobrød pur gegessen, es schmeckt aber auch mit Ketchup oder Marmelade.

Dänisches Stockbrot (Snobrød) über dem Lagerfeuer

Feuerbrot aus dem Dutch Oven

Zutaten

  • 600 g Weizenmehl
  • 40–50 g Vollkornmehl
  • 300–350 ml Wasser
  • 10–15 g frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker

Zubereitung

  1. Wasser, Salz, Zucker und Hefe gründlich verrühren. Das Mehl nach und nach zugeben und den Teig etwa 10 Minuten kräftig kneten, bis er elastisch ist.
  2. Den Teig an einem kühlen Ort 10–12 Stunden gehen lassen.
  3. Den Teig zu einer Kugel formen und kurz ruhen lassen, zum Beispiel in einer Schüssel, die du auf die Tour mitnimmst.
  4. Den Teig in einen gefetteten gusseisernen Topf mit Deckel (Dutch Oven) geben. Den Topf in die Glut stellen und auch etwas Glut auf den Deckel legen.
  5. Das Brot 35–40 Minuten backen.
  6. Das fertige Brot gleitet aus dem Topf. Klopf auf die Unterseite: Klingt es hohl, ist es durch.
  7. Mit Butter und Salz servieren.
Frisch gebackenes Feuerbrot aus dem gusseisernen Topf

Kürbis aus der Glut mit eingelegten roten Zwiebeln und Ziegenkäse

Zutaten für 2–4 Personen

  • 1 Hokkaido-Kürbis
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • 1 rote Zwiebel
  • Für den Einlegesud: Wasser und Essig zu gleichen Teilen, Wildgewürz, Salz und Zucker
  • 300 g Ziegenkäse
  • Glatte Petersilie
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 2–3 EL Zucker für die Walnüsse

Zubereitung

  1. Die Zwiebel in feine Ringe schneiden. Die Zutaten für den Einlegesud aufkochen, über die Zwiebeln gießen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
  2. Den Kürbis vorsichtig direkt in die Glut legen, dort wo viele heiße Kohlen liegen. Die Schale wird schwarz, das Fruchtfleisch gart dabei langsam durch. Je nach Größe dauert das 20–40 Minuten. Mach die Probe mit einem dünnen Messer: Ein wenig Widerstand ist in Ordnung, zäh darf der Kürbis aber nicht sein.
  3. Den Zucker in einer gusseisernen Pfanne schmelzen lassen, die Walnüsse zugeben und im Karamell wenden. Beiseitestellen und nach dem Abkühlen hacken. Die Pfanne am besten sofort reinigen, denn ausgehärtetes Karamell lässt sich nur schwer entfernen.
  4. Den warmen Kürbis auf einem Holzbrett aufschneiden, die Kerne entfernen, das Fruchtfleisch aufteilen und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen. Ziegenkäse, eingelegte Zwiebeln, Petersilie und die karamellisierten Walnüsse darauf verteilen. Gegessen wird alles außer der schwarzen Schale.
Kürbis aus der Glut mit Ziegenkäse, roten Zwiebeln und Walnüssen

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